DER WEG DES JOANNIS

INHALTSBESCHREIBUNG

Woher kam mein 4-facher Ur-Großvater Philipp?

Unser Ahnenforscher Wolfgang war erneut gefordert, verbrachte wieder etliche lange Nächte über alten Urkunden und Kirchenbüchern – mit Erfolg. Philipp wurde 1742 am Wegerer Gut geboren. In Dimbachreith, einem Vorort der Nachbargemeinde Dimbach. Mit diesen neuen Erkenntnissen im historischen Rucksack verlassen wir das Gelm Gut und wandern weiter zurück in die Vergangenheit. Bis nach Dimbachreith. Schon der Ortsname verweist auf die frühe Besiedelung dieser Region.

Doch Ahnenforscher Wolfgang förderte noch mehr Details zutage.

Auch Philipps Vater Joannis wurde laut Kirchenbüchern 1710 auf dem Wegerer Gut geboren. Gemeinsam mit seiner Frau brachte er dort neben Philipp noch acht weitere Kinder zur Welt. Später jedoch verließ die Familie den Hof. Joannis zog auf den Schaurhof in Unter St. Georgen, direkt neben dem Oberhagenhof. Warum er diesen Schritt setzte, gehört zu den spannenden Fragen, denen dieses Kapitel nachgeht. Und sein Sohn Philipp? Begleitete er den Vater zunächst auf den Schaurhof, bevor er im Alter von 32 Jahren das Gelm Gut übernahm? Hinweise deuten zumindest darauf hin, dass er eine Tochter vom Oberhagenhof heiratete.

In welcher Zeit lebte mein 5-facher Ur-Großvater?

Erst in seinen späteren Lebensjahren wurde Joannis Zeuge der Reformen unter Maria Theresia und ihrem Sohn Joseph II. Zur Zeit des sogenannten „Bauernkaisers“ zog Joannis im Jahr 1762 auf den Schaurhof. Die Aufhebung der Leibeigenschaft 1781 erlebte er nur noch kurz vor seinem Tod.

Geboren wurde Joannis in einer Epoche tiefer Frömmigkeit, in der die Kirche das soziale Leben stark prägte und den Alltag strukturierte. Im Zeitalter des Barocks entstanden prachtvoll ausgestattete Kirchen – als Antwort auf die Reformation und als Ausdruck neuer katholischer Stärke. Unter Joseph II. begann die Macht der Kirche zwar langsam zu schwinden. Doch Not, Armut und Hunger förderten weiterhin den Glauben an Hexerei und Schadenszauber.Die Herrschaft Greinburg wurde damals zum Zentrum der letzten Hexenprozesse in Europa.

In diesem Zusammenhang kam es auch zu dem erschütternden Phänomen des mittelbaren Selbstmords – auch „Selbstmord durch Justiz“ genannt. Dieses düstere Kapitel der Frömmigkeit wurde vor einigen Jahren im Film „Des Teufels Bad“ aufgegriffen. Eine wahre Geschichte aus der Zeit um 1750 – also aus jener Epoche, in der Philipp und Joannis lebten und die sich ebenso in ihrem unmittelbaren Umfeld hätte ereignen können.

Und noch eine bemerkenswerte Spur führt zu uns in die Gegenwart: Ein heutiger Nachbar des Schaurhofs soll sogar eine kleine Rolle in diesem Film übernommen haben. Auch dieser Geschichte gehen wir noch nach.