MICHAEL VOM OBERSTEINBERG
INHALTSBESCHREIBUNG
Dass mein Vater vom Obersteinberger Hof in Ebenedt – einer kleinen Ortschaft mit nur wenigen verstreuten Höfen – stammte, wusste ich natürlich. Doch seine Großeltern kannte ich nicht. Doch seine Großeltern kannte ich nicht, ebenso wenig den Hof selbst. Ich war nie dort gewesen.
Und nun, da ich mehr über diese Wurzeln erfahren und meinem Großvater Michael näherkommen wollte, stellte sich das schwieriger heraus als gedacht. Fotos aus jener Zeit sind selten, und es war nicht leicht, ihn darauf eindeutig zu erkennen. Schließlich gelang es mir doch, ihn zu identifizieren. Viel über sein Leben erfuhr ich vor allem von meinem Onkel Sepp – dem letzten noch lebenden Zeitzeugen dieses Familienzweigs.
Michael war ein besonderer Charakter – eigenwillig, zäh und geprägt von einer bewegten Zeit. Geboren 1890, noch unter der Monarchie, überlebte er zwei Weltkriege, den Zerfall des Kaiserreichs, die Gründung der Republik Österreich mit all ihren Krisenjahren, den Faschismus und schließlich die entbehrungsreiche Nachkriegszeit. 1966 starb er, nur vier Jahre nach meiner Geburt.
Onkel Sepp beschrieb ihn als unermüdliches „Arbeitstier“. In vielem erinnerte er mich an meinen Vater. Selbst eine gemeinsame Schwäche teilten sie: das Kegelscheiben!




