SPUREN STATT STAUB

NAMIBIA / WINDHOEK / WALFIS BAY / SOSSUSVLEI / NAMIB

Namibia ist Abenteuerland für Incentive-Reisen, auch wenn es nicht gleich immer eine Durchquerung der Namib sein muss. Eine Offroad-Expedition, um diese Küstenwüste kennenzulernen, ist mehr als ausreichend. Üblicherweise begann unsere Expedition Namib immer in Windhoek, dem Tor zu Südwestafrika, einst Hauptstadt der deutschen Kolonie, heute des unabhängigen Namibia.

Windhoek hat nicht viel zu bieten, das Township Katutura, übersetzt, „der Ort an dem keiner sein will“, ist vielleicht noch am spannendsten, am Markt habe ich zum ersten Mal getrocknete Würmer und Maden probiert, schmecken gar nicht so übel.

Wir machten uns sogleich auf den Weg in den Süden, ein Flug ins Abenteuer. Unser Ziel war das Dünengebiet um Sossusvlei, und eines der großen Naturwunder dieser Welt. Es handelt sich dabei um eine ausgetrocknete Salz-Ton-Pfanne, ein Vlei. Denn genau dort hat der Tsauchab River vor den riesigen Dünen der Namib kapituliert. Es bildete sich ein kleiner See, der verdunstete. Zurück blieb eine Schlammschicht, die im Laufe der Jahrtausende zu Ton wurde. Diese Salz-Ton-Pfanne, Dead Vlei genannt, existiert bis heute, umgeben von den höchsten Dünen der Welt.

Als Nächstes durchquerten wir das versandete Flussbecken des Tsauchab River und standen vor dem Sossusvlei, jenerSalz-Ton-Pfanne, die dem Gebiet den Namen gibt. Am Fuße von Big Mama, einer weiteren hohen Düne, brunchten wir unter uralten Kameldornbäumen, beobachtet von einem Schakal. Dann ging es zurück, zum Air Strip von Sossusvlei. In unseren kleinen Cesnas flogen wir weiter an die Küste, nach Walvis Bay. Hier trifft der kühle Atlantik auf die glühend heiße Namib.

Wir überquerten dabei verbotenes Gebiet, die Diamond Area Nr. 2, verfügten aber über die entsprechenden Überfluggenehmigungen für dieses Wüstengebiet. In Walvis Bay warteten die Toyota Land Cruiser. Vor uns lag eine mehrtägige Expedition in die Namib. Schnell waren die Regeln erklärt, und die Route. Wir fuhren zwei Stunden die Küste entlang, am Sandstrand. Oft wurde es ein Slalom zwischen den herumliegenden Robben. Tot? Nein, sie wärmten sich in der Sonne. Gefahren lauerten auch von den Angelruten und ihren langen Schnüren, die sich über den Strand spannten und im Morgendunst oft nicht exakt zum Sehen waren.

Einige Passagen waren nur bei Ebbe befahrbar, ansonsten hätte das Wasser die 4×4 Fahrzeuge in den wilden Atlantik gezogen, keine Chance mehr, sie zu retten. Das hatte es alles schon gegeben. Die Durchfahrt war genau nach den Gezeiten zu berechnen.

Diese sogenannte Strandpiste führte bis nach Sandwich Harbour, einst ein wichtiger deutscher Kolonialhafen, bis er versandete. Die Strandpiste war dort zu Ende. Jetzt ging es hinauf in die hohen Dünen der Namib. Luft raus aus den Reifen, 0,9 bar waren gefragt, für unser Offroad-Abenteuer in der ältesten Wüste der Welt. Nur an wenigen Stellen ist sie für Menschen überhaupt zugänglich. Die Fahrt durch die Wüste wurde zum Rollercoaster-Erlebnis. Dann wurde es finster. Kurz davor erreichten wir unser Camp, beschützt von den Dünenbergen der Namib. Kübeldusche, aufgebaute Zelte mit Pritsche oder das Dachzelt unserer Land Cruiser, Lagerfeuer und Barbecue, das ist Luxus pur inmitten eines riesigen Sandmeeres.